Quer Feld Ein  | 2011
Wohnbauwettbewerb Schwechat/NÖ  | Klederinger Straße/Schwarzmühlstraße, Schwechat/NÖ


Der Bauplatz für die 180 zu planenden Wohnungen zeigt sich derzeit als flaches Feld am äußersten Rand von Schwechat. Im N und O wird wird das Feld von den unterschiedlichen Stadterweiterungen gerahmt, nach S und W bleibt der Blick frei in die offene Landschaft. Stadt- und Landschaftsraum fließen hier aus. Das einzige störende Element in diesem Landschaftsfluss bildet die Straße im S und W. Das Projekt „Querfeldein“ nimmt seinen Ausgangspunkt in der Landschaft. Es vermittelt zwischen Vorstadt, Haus und Land. Bebauung wird verdichtet, um zugleich einen großzügigen Raum und offene Blicke zu erhalten. Zwei Bauhöhen bilden einen klaren Kontrast: Vier aufgeständerte Baukörper in Nord- Südrichtung sind 39 Meter voneinander positioniert, sodass der Blick aus den Wohnungen in Richtung Westen und Osten frei bleibt bzw. Distanz erhält. Dazwischen formiert eine ein- bis zweigeschossige Bebauung eine neue, bebaute Landschaft. Für beide Bautypen wird so akustisch und visuell die Straße ausgeblendet. „Bebaute Landschaft“ und offener Raum vermitteln die ruhige Stimmung eines in sich geschlossenen und doch offenen Feldes. Zwei Typologien werden moduliert angewandt: das Hofhaus und die lang gezogene Zeile. Zwei Hofhaustypen bilden sechs flache Baufelder. Unterbrochen werden diese durch vier aufgeständerte Zeilen, erschlossen über einen innen liegenden Gang und einen Aussichtsgang am Dach. Der Innengang im 1. OG ist wie eine Dorfstraße konzipiert. Sie ist drei Meter breit und erhält an beiden Enden Belichtungen sowie verglaste Durchbrüche zum öffentlichen Raum im EG. Am südlichen Ende der Zeilen liegen Kopfbauten für Betreutes Wohnen. In Nord- Südrichtung erweitern sich die Gassen unter den Zeilen zu großzügigen, überdachten Platzräumen, gerahmt durch vertikal begrünte Wände der Hofhäuser. Der Bodenbelag der Gassen zieht sich unter den Zeilen durch, man kann im Gehen wählen zwischen überdacht oder frei, offener Gasse oder funktional bespielbarem Platzraum. Der offene Raum der Plätze wird punktuell durch markante Elemente wie Spiellandschaften aus EPDM, Sitzstreifen, Fahrradboxen, Postkastenelemente etc. unterbrochen und im Norden durch Gemeinschaftsräume begrenzt.

 



Projektdaten
Bauherr:  WBV?GPA und Wohnungsgenossenschaft St. Pölten
Planung:  ARGE Köb&Pollak °Schmoeger Architektur
Freiraumplanung:  Auböck + Kárász
Bauphysik:  Kurt Karhan
Nutzfläche:  12.000 m²
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